Schulcast Episode 12 – Abschiedsinterview mit Florian Hindelang
Shownotes
🎧 Schulcast Episode 12 – Abschiedsinterview mit Florian Hindelang
In dieser Folge spricht Anna Krichevsky mit Florian Hindelang, der nach acht Jahren als Oberstufenkoordinator die DSJ verlässt.
Ein Gespräch über besondere Erfahrungen, Verantwortung und darüber, wie Schule zu einem echten Lebensraum werden kann.
🧭 Themen der Folge
- Acht Jahre Oberstufenkoordination: persönliche Rückblicke und prägende Momente
- Was die DSJ für Florian einzigartig macht
- Zusammenarbeit mit Schüler:innen und Kollegium
- Herausforderungen und Chancen in der Oberstufe
- Übergang der Verantwortung an Anna Krichevsky
🌍 Kontakt & Infos
- Schulcast-Team: schulcast@gmail.com
- Deutsche Internationale Schule Johannesburg: https://www.dsj.co.za
🎙️ Credits
Gespräch: Anna Krichevsky & Florian Hindelang
Produktion: Schulcast Team
Transkript anzeigen
00:00:04: Moin moin ihr Lieben, Dennis Forbes für den Schulkast.
00:00:07: Wie in jedem Jahr ist es auch in diesem Jahr so, dass uns einige werte Kolleginnen und Kollegen verlassen werden.
00:00:13: Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, dass wir gerne nochmal ein bisschen die Zeitrevue passieren lassen wollen,
00:00:21: die
00:00:22: diese lieben Menschen bei uns an der Schule verbracht haben, mit ihnen zu teilen, was sie Tolles erlebt haben, wie sie die Schule geprägt haben und wie es für sie weitergeht.
00:00:32: Wir starten heute unsere Serie mit Florian Hindelang, dem Leiter der Oberstufe oder dem Oberstufenkoordinator, so wie es offiziell heißt.
00:00:41: Und ich freue mich total, dass Anna Krischewski seine Nachfolgerin auf dem Posten das Interview geführt hat.
00:00:48: So haben wir auch gleich die Perspektive und die Stimme von Anna
00:00:52: im Ohr, die dann im nächsten
00:00:54: Jahr verantwortlich sein wird für die Oberstufe bei uns an der Schule.
00:00:59: Ja, lieber Florian.
00:01:01: Hallo Anna.
00:01:03: Ich begrüße dich ganz herzlich hier.
00:01:06: Der Herr Forbes hat mich gebeten, mit dir ein Interview zu führen.
00:01:09: Leider aufgrund deines Wegganges, jetzt zu Ende Dezember.
00:01:13: Du bist ja im nächsten Jahr nicht mehr bei uns.
00:01:16: Und ja, ich wollte dich erst mal fragen, wie waren so für dich die letzten, es waren ja dann fast acht Jahre insgesamt, an der Deutschen Schule.
00:01:24: Und wie würdest du diese Zeit in wenigen Worten beschreiben?
00:01:28: Ja, liebe Anna, er freut mich, dass ich Gelegenheit habe, noch ein bisschen was zu erzählen.
00:01:33: Die acht Jahre, die waren unglaublich voll und ganz schwierig überhaupt zu verstehen, dass es acht Jahre waren.
00:01:41: Man hat so viele Erfahrungen gemacht, so viele tolle Leute kennengelernt und an der Schule gearbeitet, die finde ich schon nahe dem ist, dass ich sage, so muss Schule sein.
00:01:52: Klar, man hat immer noch Entwicklungspotenzial, sonst wäre es auch langweilig, aber es ist schon echt eine ganz, ganz großartige Schule.
00:01:59: Und wenn ich das möglichst kurz fassen sollte, ja, ich muss sagen, die DSJ ist für mich Lebensraum und das muss eine Schule im Kanton sein.
00:02:12: Wenn du mal ganz zurück denkst, jetzt mittlerweile kennst du die Schule, sagst es ist Lebensraum für dich und deine Familie natürlich auch geworden, aber was war dein erster Eindruck?
00:02:22: Kannst du dich noch erinnern, als du angekommen bist, ist da irgendwas bei dir hängen geblieben?
00:02:27: Vielleicht darf ich da eine kleine Anekdote erzählen, das was mir da echt am meisten hängen geblieben ist.
00:02:33: Ich war, bevor ich hierher gekommen bin, stellvertretender Schulleiter.
00:02:37: Und dann bin ich von Herrn Bachmeier, dem damaligen Schulleiter, rumgeführt worden, ins Büro von Weg, also vom stellvertretenden Schulleiter, vom Jan.
00:02:47: Und der hat mich mit den Worten begrüßt, aha, du willst also meine Stelle haben.
00:02:53: Was natürlich überhaupt nicht meine Intention war.
00:02:58: Ich muss da immer noch schmunzeln, Jan schmunzelt auch drüber.
00:03:01: Das war aber wirklich so praktisch am ersten Tag, ich bin rumgelaufen, war auch ein bisschen eine Herausforderung, weil Bayern mich leider erst zum ersten Februar freigestellt hat und das Schuljahr beginnt hier natürlich schon im Januar und ich musste halt dann möglichst schnell funktionieren und möglichst schnell reinkommen.
00:03:19: und das war dann das Grundgefühl.
00:03:22: Es ist Wahnsinn, wie hilfsbereit die Leute hier sind.
00:03:25: Ja, und mit einer Offenheit einem begegnen und einer Verbindlichkeit begegnet.
00:03:30: Das ist ja das, was wir auch außerhalb der Schule hören.
00:03:32: We make a plan.
00:03:34: Und das hilft einem unglaublich beim Ankommen.
00:03:39: Das heißt also, die Menschen sind ja auf jeden Fall die neuen Kollegen im Gedächtnis geblieben.
00:03:44: Gibt es vielleicht noch so ein Erlebnis, Ereignis, wo du sagst, das war ganz am Anfang was Besonderes, vielleicht auch was Herausforderndes, was du niemals vergessen wirst?
00:03:57: Ganz am Anfang, vielleicht switche ich mal aus der Rolle als OSK raus.
00:04:01: Ich bin ja mit drei Kindern auch hierhergekommen.
00:04:04: Und das, was da wirklich so hängen geblieben ist, auch als Ereignis ist, die sind angekommen und sind sofort auf Klassenfahrten gegangen, die zwei älteren.
00:04:14: Und wie das funktioniert hat, dass auch, wenn man als Familie rausgeht, klar, man macht sich selber viele Gedanken, wie kann es funktionieren, dass man das Gefühl hat, das was ich als... hier arbeitende erlebt, als Lehrer auch wirklich bei den Kindern so erlebt habe.
00:04:28: Und das fand ich einfach großartig.
00:04:30: Also das wirklich was, das bleibt mir sehr am Herzen.
00:04:37: Okay, und in deiner Funktion als Oberstufenkoordinator, was waren da für dich vielleicht wichtige Erlebnisse, Ereignisse?
00:04:46: Und wenn du so zurückbelegst, was hat dir da am meisten Spaß gemacht bei deiner Arbeit?
00:04:51: Das Wichtigste ist natürlich, man fiebert mit seinen Schülern mit.
00:04:55: Hier hat man sehr, sehr engen Kontakt zu den Schülern.
00:04:58: Die sind schon, ich sage es auch den Schülern an, so am Ende der Zwölften, die werden fast so was wie Kinder von einem selbst.
00:05:05: Und das Wichtigste für einen selber ist, dass man die nach ihren Möglichkeiten möglichst erfolgreich durchdient.
00:05:11: unglaublich anstrengende Zeit bringt.
00:05:13: Es ist einfach eine extremer Herausforderung, die machen eben nicht nur das deutsche Abitur, sondern zeitgleich auch das südafrikanische Matrix.
00:05:21: Das heißt, die machen zwei Abschlüsse und das wirklich gleichzeitig.
00:05:24: Das ist eine ganz große Herausforderung und ich kann da jedes Jahr wieder immer nur vor den Schülern in Hut ziehen, wie sie das schaffen, mit dem Stress umzugehen.
00:05:34: und ja, also da fieber man mit und begleitet sie und das ist... auch wenn ich sieben Jahre hintereinander erlebt habe, wirklich jedes Jahr mit jedem neuen Jahrgang das gleiche mitfiebern und das gleiche mitleiden.
00:05:48: Und ja, die wachsen einmal ans Herz und man hat dann auch mit vielen über das Schulende hinaus Kontakt.
00:05:56: Aber wenn ich jetzt so Revue passieren las, das ist wirklich das, was immer so am Ende des Tages hängen bleibt, dass man dann bei der Validiction ist, beim Trickdance und man freut sich einfach mit denen.
00:06:08: und vielleicht gleich noch eine Ergänzung dazu.
00:06:12: Im Vergleich zu Deutschland macht er auch deutlich mehr Kontakt zu den Eltern, auch dass man die dann verabschiedet und begleitet hat.
00:06:19: Er ist manchmal nicht leicht, macht er manchmal mit Eltern Diskussionen, weil sie mit irgendwas nicht so zufrieden sind, aber am Ende des Tages es funktioniert.
00:06:26: und das ist schon, also Oberstufenkoordinator.
00:06:29: Man hat eine exponierte Rolle, man hat viel, viel Verantwortung.
00:06:33: Ich mag behaupten mehr Verantwortung als vergleichbar in Deutschland in der Position, aber dafür kommt so unglaublich viel zurück.
00:06:44: Manchmal mag ich meinen, als Lehrer in Deutschland hat man das Gefühl mal so ein bisschen einsam oder man würde gern was bewegen, aber da macht sich auf der anderen Seite niemand auf und das ist hier ganz anders.
00:06:55: Und das ist schon was, was ich da mitnehmen würde als Oberstufenkordinator und mir sagen würde, wow, toll.
00:07:02: Also für mich, Anna, ich habe es ja schon ein paar Mal gesagt, für mich der tollste Job der Schule, weil man viel mit den Kids zu tun hat, selber noch viel unterrichtet, die wirklich durchs Abitur bringt und ja.
00:07:15: Das macht, also mir macht das unglaublich viel Spaß.
00:07:18: Ja, das hast
00:07:20: du ja schon öfter auch betont.
00:07:21: Deswegen muss ich sagen, ich freue mich auch schon auf diese Stelle und auf die Herausforderung.
00:07:27: Gibt es vielleicht was, was du mir mitgeben würdest für die Zukunft, aus deiner Erfahrung heraus, aus den letzten Jahren?
00:07:36: nicht aus der Ruhe bringen lassen.
00:07:37: Aber deswegen weiß ich, dass du die ideale Besetzung bist in meiner Nachfolge.
00:07:42: Man muss in sich ruhen, man muss wissen, was man will.
00:07:46: Du hast eine ganz tolle Mannschaft um dich rum.
00:07:49: Das hast du auf Kollegen eben ja sowieso schon erlebt und auch in deinen Funktionen, die du vorher hattest.
00:07:55: Du wirst noch enger mit Prescadöring zusammenarbeiten, aber da wirst du auch merken, das macht total Spaß, weil die dir vertraut und dich machen lässt.
00:08:05: Ich glaube, so muss eingeschule im einundzwanzigsten Jahrhundert funktionieren.
00:08:11: Ja, früher so komische Hierarchien und der oben, der immer dann groß Druck macht und du musst liefern, so führt mir auch kein Unternehmen mehr, also idealerweise nicht mehr, sondern man gibt Verantwortung ab und vertraut sich gegenseitig und dann kann man sich wirklich entfalten und verwirklichen.
00:08:30: Und das kann ich dir nur mitgeben.
00:08:32: Da hast du jemanden ganz oben auch mit... Ein stellvertretender Schulleit mit mir anfangs weg, die vertrauen dir und dann... kann man aus Stressigezeiten sehr, sehr gut überstehen und dann macht es einem auch richtig Spaß.
00:08:44: Okay, Stichwort Stressigezeiten.
00:08:47: Südafrika, wenn wir jetzt ein bisschen aus Schule und Beruf rausgehen, ist ja auch ein besonderes Land.
00:08:53: Gibt es da vielleicht irgendwelche Erlebnisse oder Erinnerungen, die du aus deiner Freizeit vielleicht urlauben hast?
00:09:00: Was ist dir von Südafrika vielleicht auch Johannesburg besonders im Gedächtnis geblieben?
00:09:05: und was nimmst du damit nach Deutschland?
00:09:07: Also ganz generell dieses Gefühl, die Menschen, denen es ja objektiv betrachtet schlechter geht als den Menschen in Europa, spezifisch auch in Deutschland, mit welcher Leichtigkeit die durchs Leben gehen.
00:09:24: Das ist eigentlich fast jeden Tag aufs Neue was, was mich fasziniert, beeindruckt und ich mir auch immer denke.
00:09:32: Woher haben diese unglaublich große positive Energie her?
00:09:37: Der Bettler an der Ampelkreuzung, der dich anlächelt, der dir winkt, der dich jetzt nicht zu irgendwas drängt oder der Parkgart, der freundlich dir begegnet oder an der Einkaufskasse, dass man mit jedem einen ernst gemeinten Smalltalk machen kann.
00:09:53: dass man nicht, wie in Deutschland bei Aldi, das Gefühl hat, man stört, weil man ja den Ablauf stört.
00:09:59: Man kriegt nicht schnell genug die Sachen weg, man zahlt nicht schnell genug.
00:10:04: Also diese Leichtigkeit, diese Lebensfreude, die man hier jeden Tag erleben kann, und zwar wirklich in schlimmsten sozialen Umständen, das ist was, das macht mich fast schon sprachlos.
00:10:17: Und ich habe gedacht, dass meine Tochter mit Fußball wirklich in Südafrika, also in jeder Ecke unterwegs war, Wirklich das erlebt, dass es nicht spezifisch ist.
00:10:28: Man kann nicht sagen, das ist jetzt nur eine bestimmte Ecke von Johannesburg, sondern da kann ich irgendwo im Nirgendwo sein, in der Karuse ein und so und die Leute sind nett.
00:10:38: Genial.
00:10:39: Stimm ich dir tatsächlich zu, die Erfahrung habe ich auch gemacht.
00:10:43: Man merkt tatsächlich auch einen Unterschied zu Deutschland, was die Einstellung angeht und manchmal auch das Verhalten zum Gegenüber.
00:10:52: Wenn wir nochmal bei Johannesburg bleiben, hast du irgendwie ein Lieblingsort?
00:10:56: ein Restaurant oder ein Park oder irgendwas, wo du sagst, das war vielleicht so ein Platz, wo du dich gerne aufgehalten hast oder mit dem du positive Erlebnisse verbindest, du allein oder mit deiner Familie.
00:11:13: Mein Lieblingsplatz ist tatsächlich unser Haus zu Hause.
00:11:17: Kurz dahinter die DSJ.
00:11:19: Und ansonsten, wenn ich jetzt in Johannesburg selber unterwegs bin, was mich da auch wieder am meisten ... beeindruckt und wenn wir Besuch aus Deutschland hatten, jetzt hatten, kommt keiner mehr, was wir auch immer mit denen geteilt haben, CBD.
00:11:34: Dass du da in den Gebiet gehst, dieser Stadt, bei dem jeder sagt, oh, das ist gefährlich, das ist Dodgy und wie kannst du da... Das hat mich jedes Mal wieder gepackt und dann kann man die Graffiti-Tour machen oder der Ponte-Tower einfach auf die Stadt runter gucken und wirklich da auch wieder die Leute zu erleben, wie die in einfachsten Verhältnissen doch ihr Leben bestreiten und diese Ruhe in sich ausstrahlen.
00:12:02: Klar, es kann gefährlich sein, zu bestimmten Zeiten würde ich manche Ecken auch nicht ansteuern, man darf nicht naiv sein, aber... Es ist nicht Johannesburg, die City of Crime, und man kann hier nicht herkommen und lebensgefährlich und am besten sofort nach Kapstadt weiterfliegen.
00:12:19: Ja, nein, das ist, ich glaube, die interessanteste Stadt in Südafrika.
00:12:26: Ja, und man hört ja immer die Vorurteile eigentlich aus Deutschland, die natürlich auch so in den Medien reproduziert werden.
00:12:35: Wenn man selber hier lebt, merkt man natürlich... dass es ganz anders ist.
00:12:39: Und du hast vorhin schon gesagt, die Menschen sind besonders, sind anders.
00:12:45: Gibt es eine Erfahrung außerhalb der Schule mit jemanden, ich weiß nicht, ein Überdriver, ein Caner, eine Canerin im Restaurant, wo du sagst, da denkst du manchmal dran zurück?
00:12:58: Ja, das war zum Beispiel, wir waren glaube ich ein Monat hier.
00:13:02: Wir hatten uns gerade ein Auto gekauft und mussten dann... Zu einer Firma hin, die sollten die Scheiben bekleben, wie Papo.
00:13:10: Und wie es so ist, meine Frau Kerstin hat ihre Kreditkarte dort liegen lassen, vergessen, rausgefahren.
00:13:18: Wir wissen es bis heute nicht.
00:13:21: Die haben uns angerufen und gesagt, da liegt die Kreditkarte und kann man die abholen.
00:13:27: Also das, was man aus Deutschland kommt, du hast es so schön beschrieben, das Vorurteil, lebensgefährlichen kann man nur, das haben wir so nie erlebt.
00:13:36: sondern genau das Gegenteil.
00:13:38: Als vor kurzem auch wieder Kerstin hat ihre Trinkflasche beim Sport machen stehen lassen, wirklich auf dem öffentlich zugänglichen Pettelplatz, eine teure Flasche, die stand da, hat niemand geklaut.
00:13:54: Das ist halt Wirklichkeit, hier Leben und das, was man über eine Stadt hört oder was Statistiken auch hergeben mögen.
00:14:01: Ja, du weißt du ja auch, natürlich gibt es hier eine hohe Verbrechensanzahl, aber das ist im Regelfall innerhalb des Townships, innerhalb von sozialen Gruppen.
00:14:11: Aber dass du jetzt als Lehrer der Deutschen Schule jeden Tag um dein Leben fürchten müsstest, ist einfach Quatsch.
00:14:19: Und dennoch sind ja Deutschland und Südafrika ja in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedliche Länder auch.
00:14:27: Gibt es irgendwas, auf das du dich in Deutschland besonders freust?
00:14:31: Vielleicht, wo du auch sagst, das habe ich vermisst, irgendwas, das du schon geplant hast zu machen, vielleicht, wenn ihr zurückgeht.
00:14:40: Also im Alltag vermisse ich am meisten einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr.
00:14:45: Das muss ich ganz ehrlich sagen.
00:14:47: Auch die Möglichkeit, sich einfach aufs Fahrrad zu setzen.
00:14:50: Ich weiß, gibt Kollegen, die fahren mit dem Fahrrad zur Schule.
00:14:52: Ich würde mich da nicht wohlfühlen.
00:14:54: Deswegen tue ich es auch nicht.
00:14:56: Das ist das, was mir tatsächlich abgeht.
00:14:58: Ich bin eigentlich schon leidenschaftlich gerne Rad gefahren in Deutschland, auch mit Rennrad.
00:15:05: Da freue ich mich unglaublich drauf, dass ich das wieder tun kann.
00:15:07: Bei mir geht es zurück ins Allgäu.
00:15:09: Schön mit Bergen und Vügeln und da freue ich mich tatsächlich extrem drauf, wieder beim Rennrad, sobald das Sauwinter vorbei ist, das Allgäu unsicher machen und einfach in die Stadt zu Fuß gehen können.
00:15:23: mit dem Bus fahren können.
00:15:24: Das sind so Alltagstinge, die man, wenn man in Deutschland ist, da schimpft man, dass ein Bus zu spät ist.
00:15:29: Hier erlebt man halt, es gibt gar keinen Bus, also zumindest nicht einen, mit dem man fahren könnte.
00:15:34: Ja, das geht mir ab, ist auch das, was jetzt meine zwei Großen, die mittlerweile ja schon wieder in Deutschland leben, zurückmelden, dass das schon toll ist, diese große Freiheit, die man hat.
00:15:44: Da kommt ein Bus, ich steige ein, auch mitten der Nacht und kann das Großstadtleben unsicher machen.
00:15:50: kann man hier auch, aber da brauchen wir da U-Bahn.
00:15:53: Also da gibt es so Dinge, die im Alltag natürlich in Deutschland schon einfacher umzusetzen sind als jetzt in Südafrika.
00:16:01: Ja, jetzt hast du natürlich auch in Südafrika tolle Reisen hier gemacht, erlebt, auch Länder um Südafrika herum auf dem afrikanischen Kontinent besucht und gibst trotzdem in Deutschland irgendeinen Urlaubs- oder Reiseziel, wo du sagst, ach, wenn wir da jetzt wieder zurück sind, da würden wir gerne mal wieder hin.
00:16:21: In Deutschland, muss ich sagen, gibt es wunderschöne viele Ecken, aber da geht es mir jetzt vor allem darum, ich will meine Freunde wiedersehen.
00:16:28: Und wenn ich mir zu überlege, wo ich hinfahre, ich will auf jeden Fall Richtung Norden fahren, da geht es mir jetzt vor allem um Menschen.
00:16:35: Vielleicht darf ich es ein bisschen erweitern, auf was ich mir auf jeden Fall freuen werde, ist Urlaub in der Britanie.
00:16:40: Das ist auch so ein Sehnsuchtsort von mir.
00:16:42: Das kann man so ein bisschen vergleichen, glaube ich, hier mit der Karu, weil das ist für mich hier der Sehnsuchtsort in Südafrika.
00:16:50: Dies auch groß, gibt es verschiedene Ecken, aber Karo an sich, großartig.
00:16:55: Ja, und auf die Britanie freue ich mich auch wieder.
00:16:58: Ja, schön.
00:16:59: Und du hast mir ja schon erzählt, dass du jetzt den Flug auch schon gebucht hast.
00:17:04: Ich fand ehrlich gesagt auch dadurch, dass das jetzt irgendwie ganz schön konkret wird, dein Weggang.
00:17:09: ganz praktisch gesehen.
00:17:12: Gibt es irgendwas, wo du sagst, das muss jetzt mit in mein Gepäck.
00:17:15: Also wirklich vielleicht ein Erinnerungsstück oder ja, ich weiß nicht, ein Geschenk mal von Eltern, Schülern, was man bekommen hat.
00:17:25: Gibt es da irgendwie ein, zwei, drei Sachen, wo du sagst, die nehme ich auf jeden Fall mit zurück.
00:17:30: Da hängt vielleicht auch mein Herz dran oder das bedeutet mir was.
00:17:35: Ich habe so eine Verbindung zwischen meinem Privatleben und der Schule und das der Schulbasar, weil meine Band hier gespielt hat, dreimal und deswegen alles was damit zusammenhängt, das will ich mitnehmen.
00:17:49: gibt es ja dieses Jahr leider nicht mehr Arbeitjahre vorher.
00:17:52: Ich nehme auf jeden Fall steht auch schon auf unserem Tisch zum Mitnehmen ein paar von den schönen Plastikrügen mit.
00:17:58: Ich nehme ein paar Poster mit und Aufkleber und so.
00:18:01: Also mir liegt wirklich unglaublich viel an dieser Schule hier.
00:18:05: Und das Tolle ist, dass man sich eben auch privat so in dieser Schule verwirklichen kann.
00:18:09: Und das ist was, was ich auch mitnehme.
00:18:14: Okay.
00:18:15: Und planst du schon, uns dann mal wieder besuchen zu kommen?
00:18:19: Oder ist so was erst mal ... Denk, man muss ja erst mal wieder neu ankommen.
00:18:23: Du sagst ja auch, du möchtest Freunde und Familie treffen.
00:18:27: Aber du kommst schon wieder.
00:18:30: Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn mich zur Zeit jemand fragt, sag ich, ich glaub, ich komm nicht wieder.
00:18:34: Ja.
00:18:35: Ähm ... Also die Acht
00:18:38: ... Die Zulera konnten jetzt meinen Blick grad nicht sehen.
00:18:40: Nee,
00:18:40: ich hab ihn gesehen.
00:18:41: Ähm ... Wie erkläre ich das am besten?
00:18:45: Also ich hatte eine wahnsinnig schöne Zeit.
00:18:47: Und ich bin trotzdem ein Mensch, ich muss auch sagen, ich freue mich jetzt auch unglaublich auf meine neue Aufgabe.
00:18:55: Ich habe gestern, ich war in einer Schule, in einem Gymnasium in Kempten, in die Schulleitung einsteigen, habe mich eine ganz liebe E-Mail gekriegt von der Schulleiterin dort und ich bin so ein Typ, ich muss immer was tun.
00:19:08: Also auch wenn ich irgendwann im Ferienhaus bin und da ist was kaputt, dann repariere ich das.
00:19:13: Ich schaff es ehrlich nicht, irgendwo nur zu sitzen.
00:19:17: Geht nicht.
00:19:18: Bin nicht vom Naturell her.
00:19:20: Und deswegen so vom Kopf her, also ich werde bis zur letzten Minute arbeiten und alles tun und gucken, dass die Übergabe gut klappt und meine Schüler bis zur letzten Minute entsprechend begleiten.
00:19:34: Und trotzdem freue ich mich auf das nächste Kapitel.
00:19:38: Und das wird dem Platz einnehmen.
00:19:40: Und ich, von meiner Warte aus her, werde das jetzt ein bisschen schräg zu sagen, ich komme hierher, weil und so, natürlich weil sie auch vermissen.
00:19:49: Aber ich bin eben jemand, der lebt in der Gegenwart und der guckt in die Zukunft.
00:19:54: Und das ist ja auch Wahnsinn, was die Fluktuation angeht.
00:19:58: Wir hatten jetzt gerade einen Besuch von einem Kollegen, der hat mit mir hier angefangen, also aus dem Jahr zwei Tausend Achtzehn, und der ist nach drei Jahren zurück nach Deutschland gegangen.
00:20:06: Und er hat jetzt gemeint, Die sind zum ersten Mal wieder hergekommen.
00:20:10: Das war jetzt die letzte Chance.
00:20:12: Weil jetzt sind zum letzten Mal noch Leute da, mit denen sie wirklich zusammengearbeitet haben, die sie noch kennengelernt haben.
00:20:17: Und um das jetzt rund zu machen, eigentlich müsste ich dann innerhalb, glaube ich, der nächsten drei Jahre kommen.
00:20:24: Und ich glaube, das ist noch zu nah.
00:20:26: Aber in fünf Jahren kommen, also ich mag nicht der Fremdkörper im Lehrerzimmer sein.
00:20:32: Ich mag nicht durch die Schule laufen und die hat sich total verändert.
00:20:36: Natürlich, die soll sich verändern.
00:20:38: Also jetzt nicht falsch verstehen, bitte nicht verändern, damit ich vielleicht nicht erkoppt.
00:20:41: Nein, die muss sich verändern.
00:20:43: Schule, es steht da Wandel.
00:20:45: Ist ganz wichtig.
00:20:46: Stagnation ist Katastrophe.
00:20:49: Aber ich will sie, glaube ich, so in Erinnerung behalten, wie sie jetzt war.
00:20:53: Ja, und das ist für dich ja auch ein neues Kapitel, was sich, was beginnt, eine neue Tür, die sich auch öffnet.
00:21:00: Du sollst trotzdem wissen, dass wir uns natürlich freuen würden und das spreche ich wahrscheinlich für die ganze Schulgemeinschaft, wenn du oder ihr noch mal natürlich zu Besuch kommen würdet.
00:21:09: Ich meine, deine Kinder haben ja auch Freundschaften geschlossen hier und sind hier noch den ja Freunden auch letztlich verbunden.
00:21:20: Ja, das ist eigentlich eine ganz gute Überleitung zu meiner Abschlussfrage.
00:21:24: Denn dein neues Kapitel in Deutschland beginnt dann letztlich Anfang Dezember.
00:21:31: Anfang Januar.
00:21:32: Oder endet hier Anfang Dezember, beginnt dann Anfang Januar.
00:21:36: So als letztes Schlusswort.
00:21:39: Was möchtest du der Schulgemeinschaft, die ihr jetzt vielleicht gerade zuhört?
00:21:43: noch mit auf den Weg gehen, was willst du noch mal loswerden?
00:21:46: Also ich finde, der Standard ist grandiose und was die DSJ bis jetzt hervorragend schafft, ist diese Kombination aus Südafrika und Deutschland.
00:21:58: Ich glaube, das ist so wie eine Begegnungsschule sein muss.
00:22:03: Weil Länder sind unterschiedlich, Menschen sind unterschiedlich, aber wie das die DSJ die ganze Zeit schafft mit ständigen Wechseln im Lehrpersonal, in strukturellen Veränderungen, irgendwie den Kopf immer oben zu halten und zu kapieren, dass Veränderung eine Chance darstellt.
00:22:20: Das habe ich acht Jahre lang so erlebt.
00:22:23: Ich glaube, aber vielleicht darf ich auch sagen, ich wünsche es der DSJ, dass er diesen Charakter behält, dass sie wirklich es schafft, Herausforderungen als Chancen zu verstehen.
00:22:33: und nicht irgendwie denken, man kann Schule nur verwalten und man muss sich irgendwie wehren oder so was funktioniert Schule nicht.
00:22:40: Also diese Offenheit, diese Energie, die ich hier spüre, das Interesse der Menschen an den Menschen, das muss Schule sein.
00:22:52: Okay, das war ein schönes Schlusswort.
00:22:54: Ich glaube, ich spreche für alle.
00:22:55: Wenn ich sage, du wirst hier sehr fehlen und du hast einen ganz wunderbaren, als Mensch und als Lehrer, auch als Koordinator, einen ganz, ganz großen Fußabdruck hinterlassen.
00:23:08: Es war schön, dass wir auch zusammengearbeitet haben, die letzten Jahre.
00:23:14: Vielen Dank für das Gespräch und vielleicht noch ganz kurz.
00:23:16: Ich freue mich echt, dass du das wirst als Oberstufenkoordinatorin.
00:23:21: Ich wünsche dir ganz viel Spaß und du wirst es wirklich, wirklich gut machen.
00:23:24: Da bin ich mir ganz sicher.
00:23:26: Dankeschön
00:23:26: Florian.
00:23:32: Das war's vom Schulcast für heute mit einem emotionalen und rückblickendem, aber auch nach vorne schaunendem Interview mit Florian und Anna.
00:23:40: Ich möchte in dieser Stelle nochmal ganz kurz aus meiner neutralen Perspektive herausrutschen, als ich an die Schule hier kam nach Johannesburg.
00:23:50: war Florian einer der wichtigsten Menschen für mich, weil er mir ganz, ganz viel Orientierung geboten hat, mich wirklich auch an die Hand genommen hat und mir gezeigt hat, wie Dinge hier funktionieren, ohne dass ich das Gefühl hatte, mir wird nicht vertraut oder Verantwortung übergeben, war einfach eine ganz, ganz, ganz angenehme Art und Weise, wie Florian geleitet, geführt und unterstützt hat.
00:24:17: Danke, danke, danke Florian, dafür für deine unaufgeregte und super professionelle und trotzdem so warme und wertschätzende Art und Weise mit uns allen umzugehen.
00:24:27: Mit
00:24:28: jedem
00:24:28: einzelnen Angestellten, mit jedem einzelnen Schüler, mit so viel Geduld und Freude und Empathie.
00:24:33: Und ich kann dir nur vom Schulcast-Team, aber auch von dem Dativ meines Herzens alles alles Gute für Deutschland wünschen und für alles, was noch kommt.
00:24:43: Und ich hoffe, wir sehen uns noch einmal wieder.
00:24:46: Okay, Exkursende.
00:24:48: Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Anhören.
00:24:51: Wir freuen uns auf die nächste Episode, wenn ihr wieder einschaltet.
00:24:54: Bis dahin, das war's vom Schulkast.
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