Schulcast Episode 13 – Abschiedsinterview mit Tanja Henrichs & Theo Hindelang
Shownotes
🎧 Schulcast Episode 13 – Abschiedsinterview mit Tanja Henrichs
In dieser besonderen Folge spricht Tanja Henrichs, Schulleiterin der Grundschule, über ihren Abschied von der DSJ nach sechs Jahren intensiver Arbeit, Verantwortung und Entwicklung.
Das Interview führt Theo Hindelang, der nach acht Jahren ebenfalls die Schule verlässt und der über viele Jahre hinweg ein prägendes Mitglied des Schulcast-Teams war.
Die beiden sprechen offen über Herausforderungen, besondere Begegnungen, prägende Momente – und darüber, wie aus Schule ein werden kann.
🧭 Themen der Folge
- Sechs Jahre Grundschulleitung: Herausforderungen, Entwicklungen, Highlights
- Was die DSJ und Johannesburg für Tanja zu einem besonderen Ort gemacht hat
- Schule in Zeiten von Covid zu gestalten
- Vision und Wünsche für die DSJ in 10 Jahren
- Tanja über ihre Zukunftsgestaltung
🌍 Kontakt & Infos
- Schulcast-Team: schulcast@gmail.com
- Deutsche Internationale Schule Johannesburg: https://www.dsj.co.za
🎙️ Credits
Gespräch: Tanja Henrichs & Theo Hindelang
Produktion: Schulcast Team
Musik: BMO - Dyalla
Transkript anzeigen
00:00:12: Also herzlich willkommen beim Schulcast.
00:00:14: Und zwar bin ich heute sehr froh, unsere Grundschulleiterin hier zu haben, die die letzten sechs Jahre an unserer Schule gearbeitet hat und jetzt leider am Ende dieses Jahr zurück nach Deutschland geht.
00:00:25: Weshalb wir natürlich alle sehr traurig sind.
00:00:27: Guten Tag.
00:00:28: Ich hoffe, es geht Ihnen gut.
00:00:29: Ja, schön.
00:00:29: Danke für die Einladung.
00:00:30: Ich freue mich hier zu sein.
00:00:32: Es ist ja eine spannende Geschichte zum Podcast hier zu sein.
00:00:35: Und ja, es ist auch eine bewegende Zeit für mich nach diesen Jahren.
00:00:40: Und insofern mal schauen, was du für Fragen für mich hast
00:00:43: heute.
00:00:44: Sehr schön.
00:00:45: Also, um jetzt erstmal anzufangen.
00:00:47: Wie fühlt es sich denn jetzt an, zu wissen, dass man in drei Wochen oder so ungefähr ist es ja in einem Monat einfach alles hinter sich lässt und das ganze Leben.
00:00:55: dass man die letzten sechs Jahre gelebt hat, einfach hinter sich lässt.
00:00:58: Wie fühlt sich das an?
00:00:59: Ja, ich habe zu Freunden schon gesagt, so unwirklich.
00:01:02: Ich fühle mich momentan, als wäre ich so ein bisschen in so ein Paralleluniversum gelandet, in das ich eigentlich gar nicht wirklich reingehöre.
00:01:08: Mein Leben und gedanklich hat wirklich so stark hier in Johannesburg stattgefunden und in Südafrika, dass es sich für mich schon so anfühlt, nicht unbedingt nach Hause gehen, sondern zurück in ein Land gehen, das mir doch ein bisschen fremder geworden ist
00:01:24: auf der Jahre.
00:01:26: Was nehmen Sie denn persönlich aus Ihrer Zeit hier in Johannesburg mit?
00:01:30: Wunderbare Menschen.
00:01:34: Südafrika ist mir als Land, als solches wahnsinnig ans Herz gewachsen und die DSJ noch mehr.
00:01:39: Also tolle Begegnungen mit Menschen hier in der Schule, auch ganz tolle Kinder.
00:01:43: So viel Spirit, so viel Leidenschaft für Sachen, so viel Freude am Tun, so viel menschliche Wärme irgendwo, auch in der Kinder-Lehrer-Schüler-Lehrer-Beziehung.
00:01:56: Klasse Gespräche in dieser Zeit und Ideen, die explodiert sind.
00:02:03: auch solche Dinge wie tolles Essen, die Möglichkeit gut in einem Land zu leben und Menschen kennenzulernen, die offen sind, eine hohe Freundlichkeit, die irgendwo den Umgang miteinander
00:02:17: prägt.
00:02:18: Ja, das ist schon sehr cool hier.
00:02:19: Aber natürlich haben Sie es noch ein bisschen angesprochen, aber wenn wir mal auf die DSJ und natürlich auf die Grundschule eingehen, was macht für Sie denn die DSJ und eben besonders die Grundschule besonders?
00:02:36: Und die haben es jetzt natürlich gerade schon ein bisschen darauf eingegangen.
00:02:38: Aber wenn wir jetzt natürlich nochmal auf die Schule schauen und natürlich vor allem auf die Grundschule, was macht für Sie denn die DSJ eine besondere Schule?
00:02:47: Was ich toll finde an der Grundschule der DSJ ist, wie die Kinder aus so vielen verschiedenen Kulturen, Religionen, familiären, unterschiedlichen Elternhäusern, Gedanken einfach verschiedenen Welten kommen und trotzdem so schnell in einer freundschaftlichen Beziehung miteinander sind, zusammen lernen, sich austauschen.
00:03:16: Wenn man von einer Regenbogen-Nation spricht, dann findet sie hier bei uns in der Grundschule auf jeden Fall statt.
00:03:23: Denn es gibt keine Hautfarbe, keine Haarfarbe, keine Augenfarbe, die wir nicht hätten.
00:03:27: Und ich glaube, unsere Kinder hier sind wirklich colorblind, wenn man das so sagen kann.
00:03:34: sind sehr familiär miteinander.
00:03:36: Natürlich, wenn jeder Familie gibt es auch Streit und man gerät auch aneinander, aber insgesamt ist es eine ganz tolle Atmosphäre.
00:03:43: Ja, das glaube ich merkbar noch als Schüler.
00:03:45: Das ist einfach sehr offenmal und alle fühlen sich willkommen, glaube ich.
00:03:49: Was würden Sie denn vom schulischen Herr gerne in Deutschland sehen, was es hier an der DSJ gibt?
00:03:58: Glaube die Art, einander wirklich anzunehmen und zu akzeptieren.
00:04:06: ist vorbildlich hier an der Schule, was natürlich auch mega ist und wo, glaube ich, viele deutsche Schule dran kranken ist, zum Beispiel unser toller Schulhof.
00:04:15: Die Kinder haben ja kaum Zeit, sich zu streiten, weil es so viele tolle Sachen gibt, die man machen kann.
00:04:20: Wenn man das einfach mit so einem getehrten Platz vergleicht auf dem alle spielenden Niesel regeln, kann man sich schon vorstellen, dass die Stimmung hier nach der Pause und in der Pause besser ist.
00:04:30: Das auf jeden Fall.
00:04:31: die Ausstattung ist der absoluter Hammer, die Möglichkeiten auch zu differenzieren, extra Räumlichkeiten zu nutzen, drinnen, draußen.
00:04:40: Und ich muss sagen auch in meinem Kollegium so diese Bereitschaft, dieser Spirit miteinander zu arbeiten und neue Wege zu gehen.
00:04:47: Das sind einfach Sachen, die mir wichtig waren, auch in der Zeit, als ich hier war, dass wir doch ein ganzes Stück weiter in eine Zeit gegangen sind, in der wir mehr Wert auf Individualisierung legen, in der wir versuchen deutlich stärker zu differenzieren.
00:05:00: Wenn ich das so mit der Anfangszeit hier vergleiche, sind wir, glaube ich, ganz schön weitgekommen.
00:05:05: Ja, vielleicht können Sie auch einiges von dem, was Sie hier so mögen, vielleicht ein bisschen nach Deutschland entdecken.
00:05:10: vielleicht ist das ja möglich.
00:05:11: Aber gab es auch Dinge, die sie an der Grundschule vermisst haben, die sie aus Deutschland kannten.
00:05:21: Vermisst eigentlich habe ich nichts vermisst.
00:05:26: Was mir unheimlich viel Spaß gemacht hat, ist, dass ich die Möglichkeit hatte, viele Dinge... auszuprobieren, neue Wege zu gehen.
00:05:35: Wenn ich zurück denke, zum Beispiel an die Covid-Zeiten, wir waren die erste Grundschule oder die erste Schule in Johannesburg, die Hybrid-Lern quasi gemacht hat.
00:05:44: Also ich wusste noch gar nicht, dass es so heißt, als ich es erfunden habe, als wir es hier begonnen haben.
00:05:49: Und so diese Möglichkeit, man hat mehr Freiheiten als in Deutschland sich auf den Weg zu machen, um im Sinne von Schülern zu versuchen, neue Dinge zu implementieren und auszuprobieren.
00:06:00: Das hat mir viel Freude gemacht.
00:06:02: Ein bisschen habe ich den Austausch vermisst, den ich aus Deutschland kannte, mit anderen Grundschulleitungen von Nachbarnschulen oder so, mit denen man zum Beispiel dann ja auch gemeinsam überlegt hat, wie könnten wir jetzt weitergehen.
00:06:15: Das gab es in der gewissen Weise mit anderen Schulen weltweit, mit der diesen Austausch aber da steckt.
00:06:20: die Menschen dann doch in ganz unterschiedlichen Situationen, sodass man nicht unbedingt direkt weiter gemeinsam eine Sache angehen
00:06:28: konnte.
00:06:30: Was hat sich denn an der Grundschule verändert seitdem Sie kamen?
00:06:32: Was haben Sie denn so gemacht?
00:06:35: Ja, ich behaupte einfach mal, dass es noch... sehr viel frontaler Zugang am Anfang, als ich hier angekommen bin.
00:06:43: Mehr ein Buch lernen und mehr ein Lehrer zentriertes Lernen.
00:06:49: Dann kam diese Covid Jahre, die natürlich ein bisschen schwieriger waren, die zu vergleichen mit davor oder danach.
00:06:55: In dieser Zeit haben wir aber deutlich stärker mediales Lernen und auch Lernen im Wochenplan oder sowas einbezogen, weil es in einer gewissen Notwendigkeit halt auch alle Kolleginnen und Kollegen, die da etwas was zurückhaltender Waren mitgenommen hat, weil es einfach eine Notwendigkeit war.
00:07:12: Und inzwischen arbeiten wir in allen Klassen parallel.
00:07:16: Das heißt also, egal in welcher Klasse ein Kind ist, es sind dieselben Themen, an denen gearbeitet wird.
00:07:22: Es wird stärker differenziert.
00:07:24: Wir haben Fördergruppen aus allen Klassen im Jahrgang, in denen gelernt wird.
00:07:28: Es gibt viele Formen von Differenzierung intern und extern in den Klassen.
00:07:33: Und das sind wir, glaube ich, schon ein gutes Stück weitergekommen.
00:07:36: wenn es Richtung modernes Lernen im eins und sisten Jahrhundert geht.
00:07:41: Ja, ich glaube, da hat schon Corona auch ein bisschen geholfen.
00:07:44: Natürlich war es an Sicht keine schöne Sache, aber es hat auch einiges vorangebracht, vor allem auch die Digitalisierung.
00:07:50: Am Anfang war es verrückt, wir sollten also nicht... Teams benutzen, sondern wir sollten mit Engage lernen.
00:07:57: Das hat sich dann doch als absolut unmöglich erwiesen und es hat dann, es war toll zu sehen, was man alles machen konnte.
00:08:03: Also wenn ich überlegt habe, ich als Sportlehrerin war natürlich, wie macht man das mit erst und zweit Klässler in den Covid-Zeiten?
00:08:10: Wir haben uns so viel ausgedacht mit Socken, Schongliert, Sport mit Handtüchern, diverse Dinge, die man doch über den Bildschirm machen kann, wenn mir einer gesagt hätte, dass ich mein YouTube-Kanal haben würde.
00:08:22: das Buchstaben lernen zu erleichtern, das waren schon verrückte Zeiten.
00:08:26: Wenn wir jetzt mal ein bisschen von dem Schulthema wegkommen, war es Ihr erster Aufenthalt im Ausland?
00:08:32: Nein, ich war schon mal sechs Jahre im Süden der USA in New Mexico, damals als Lehrerin mit meiner Familie gemeinsam und insofern war das die zweite Auslandsverwendung.
00:08:45: Ich meine, dann hatten Sie schon ein bisschen Erfahrung, aber... Warum sind sie dann letztendlich nach Südafrika gekommen?
00:08:50: Ich meine, sie lieben ja auch Rad zu fahren und die war ich das Johannesburg, zumindest von außen betrachte, nicht der beste Ort dafür.
00:08:57: Warum?
00:08:58: Sollte man meinen, geht viel mehr als man denkt.
00:09:00: Die erste Schule, in der ich tätig war, das war eine deutsche Schule der Bundeswehr.
00:09:05: Dort wurde vor allem die Tornado-Ausbildung, also auf dem System Tornado, wurden Piloten ausgebildet und wir haben halt die Kinder der Piloten, des Ground-Personal und alle unterrichtet.
00:09:16: Eine sehr, sehr kleine Schule und sehr deutsch.
00:09:19: Und was ich damals vermisst habe bei all dem, was auch wunderbar war, war so dieses Kulturübergreifende Lernen von Menschen aus verschiedenen Kulturen, Religionen, Sprachen, dieses bunte Leben.
00:09:33: Und wenn Johannesburg eins zu bieten hat, dann ist es genau das.
00:09:37: Und das hat mich, muss ich sagen, als die Anfrage kam, auch dazu gebracht.
00:09:43: Hier herzugehen.
00:09:43: Ich hatte damals drei verschiedene Möglichkeiten, aber das Land ist toll und es ist einfach vielfältig.
00:09:48: Und ich habe als junge Frau interessanterweise damals ... gebrannt für die Antiappartheitsbewegung.
00:09:58: Ich hatte Bilder in meinem Zimmer hängen.
00:10:02: Interessanterweise von Steven Biko zum Beispiel.
00:10:05: Und dass das echte Leben in diesem Land wesentlich schwieriger ist und dass es sehr viel mehr zu wissen gibt als das, was in einem deutschen Geschichtsbuch steht, habe ich natürlich auch erfahren.
00:10:16: Genau.
00:10:17: Und ich meine, jetzt haben Sie es gesagt, dass von... sein Horizontarbeiter mit dem Ausland gehen und da ist natürlich auch der Lehrerberuf ein großer Vorteil, dass man das einfach so machen kann.
00:10:26: Was würden sie denn Menschen sagen, die so vorhaben, ins Ausland zu gehen oder weil ich da noch Südafrika zu gehen, aber noch nicht so ganz entschieden haben, ob sie den Schritt wirklich gehen wollen?
00:10:38: Ich habe ja im Lauf dieser sechs Jahre viele Menschen gehabt, mit denen ich Interviews geführt habe, wenn es darum ging, ob sie bei uns an die Schule kommen.
00:10:47: Und was ich jedem sagen konnte, vergesst alles, was ich in einem Reiseführer bei Johannesburg finde.
00:10:51: Johannesburg ist so viel besser.
00:10:54: Und nicht zu vergleichen mit dem, was dort steht.
00:10:56: Und der Austausch mit Menschen von überall, das ist einfach die Bereicherung.
00:11:02: Und ich finde, man nimmt so viel mit.
00:11:06: aus so einer Zeit im Ausland.
00:11:07: Es ist kein Geheimnis, dass ich sehr traurig war, noch diesen sechs Jahren zurückzugehen zu müssen.
00:11:13: Ich wäre gerne noch geblieben.
00:11:16: Ich bin für mich ganz hier angekommen.
00:11:19: Es ist einfach toll, wie man in einer Kultur eintauchen kann und Teil dieser Kultur werden kann.
00:11:24: Wenn mir einer mal gesagt hätte, dass ich totaler Rugby-Fan werden würde und zu vielen Rugby-Spielen gehen würde, hätte ich niemals für möglich gehalten.
00:11:33: Und ich meine, man muss natürlich auch bedenken, der Start war für sie bestimmt auch nicht einfach, weil dann auch schon eine Corona kam.
00:11:38: Wie war denn so?
00:11:40: für sie persönlich auch jetzt abgesehen von dem schulischen.
00:11:43: Wie ist es, wenn man nicht in seiner eigentlichen Heimat ist, sondern im fremden Land?
00:11:48: Das war wirklich sehr, sehr schwer, kann ich nicht anders sagen.
00:11:52: Meine Eltern waren über achtzig.
00:11:53: Unser Sohn hatte Asthma, der war gerade achtzehn Jahre alt, der war alleine eine Wohnung in Deutschland gezogen.
00:11:59: Daher ist mein Mann nach Deutschland zurückgegangen, mit dem letzten Flug, der möglich war, um einfach unseren Eltern und unserem Sohn zur Seite zu stehen.
00:12:09: Und ich war alleine hier.
00:12:10: Ich kannte keinen Menschen.
00:12:11: Ich saß in einem Haus.
00:12:12: Ich hatte noch kein Feuerholz.
00:12:14: Ich hatte noch kein Heizlüfter.
00:12:15: Und die waren dann ausverkauft und hab Mutterseelen allein in diesem Haus gesessen.
00:12:20: Bin nicht zurück nach Deutschland gegangen.
00:12:22: Und das muss ich sagen, waren schon extrem schwere Zeiten.
00:12:25: Auch dann die Verantwortung.
00:12:26: Ich hab das schon als eine wahnsinnige Verantwortung empfunden.
00:12:30: Eine Schule, die ich noch gar nicht wirklich kennengelernt hab und durch drungen hab, umbauen zu müssen, um sie für Covid bereit zu machen.
00:12:38: schon sehr stolz darauf, wie wir durch diese Zeit gekommen sind.
00:12:41: Aber ich glaube, das hat die DS dort ganz gut hinbekommen.
00:12:43: Die Covid-Zeit haben sie wirklich super gemacht.
00:12:46: Wie glauben Sie denn, sieht die DS Hort oder eben auch die Grundschule in zehn Jahren aus?
00:12:53: Ja, ich denke, wir müssen uns wirklich dem stellen, dass die Schule immer weniger Deutsch im Umfeld hat.
00:13:00: Das wäre einfach... absoluten Großteil unserer Kinder haben, die aus dem Englischsprachigen oder internationalen Umfeld kommen und werden vieles tun müssen, um einfach Deutsch als Sprache attraktiv zu machen und auch gleichzeitig zu akzeptieren, dass es ein weiter Weg ist zu einer Sprache, dass wir nicht perfekt sein können auf dem Weg.
00:13:23: Wenn ich sehe, wie viele Fehler ich heute noch im Englischen machen oder wenn wir Ich keine Ahnung, wenn ich gerade im Deutschen unterwegs bin, fallen englische Ausdrücke ein, wenn er umgekehrt.
00:13:34: Das müssen wir einfach sehen und müssen die Schule attraktiv machen, auch mit Angeboten jenseits des Deutschen.
00:13:40: Ich glaube, Deeper Learning ist ein Punkt, der mir ganz wichtig ist oder auch in der Grundschule Dinge wie das Programmieren mit reinzubringen, wie Robotik stärker mit reinzubringen.
00:13:54: Ich glaube, uns einfach öffnen.
00:13:57: Einfach streisen, streisen einfach.
00:14:00: Aber uns öffnen für neue Formen, für neue Wege, gedanklich flexibel bleiben.
00:14:05: Das ist immer was, was mir wichtig ist.
00:14:07: Auch in meiner Schulleitungszeit, ich weiß, einige haben bestimmt schon mal darunter gelitten, dass ich viele Ideen hatte.
00:14:13: Aber ich denke einfach, es ist wichtig.
00:14:16: Wenn wir sehen, es geht nicht links, es geht vielleicht auch nicht durch die Mitte, dann muss es halt rechts rumgehen oder andersrum, dass wir nie die Augen vor dem verschließen, was wir ändern können, was gut für unsere Schülerinnen und Schüler ist.
00:14:27: Ja, man weiß auch nie, wie ... nie wie sich die Welt entwickelt.
00:14:31: Ich meine, dass die Schule jetzt auch viel weniger Geld hat wegen dem Geld aus Deutschland, ist natürlich auch wieder ein großes Problem.
00:14:38: Wenn wir zurückblicken, gibt es denn besondere Momente, die in Erinnerung bleiben werden?
00:14:44: Oh, da gibt es wirklich viele.
00:14:46: Das kann ich nicht anders sagen.
00:14:47: Also einmal fand ich es ganz toll.
00:14:50: Was mich wirklich bewegt hat, war in Covid-Zeiten zum Beispiel, wie gerne Kinder zur Schule gekommen
00:14:56: sind.
00:14:56: Also es hat mich fast zu Tränen gerührt, wenn Kinder reingekommen sind und wollten auch so gerne zum Beispiel... Hier sagt man einen Hagi haben, also gedrückt werden und es ging nicht.
00:15:08: Dann haben wir die Variante gefunden.
00:15:10: Die Kinder hatten so das Bedürfnis nach Körperkontakt, dass wir uns Rücken an Rücken gestellt haben und in Rücken gerieben haben, um in eine andere Richtung auszuatmen.
00:15:18: Das waren einfach schöne kleine Begegnungen.
00:15:21: Oder das Kinder im Montag gesagt haben, ja, heute ist wieder Schule und wir haben die Woche, wo wir dreimal haben und nicht nur zweimal.
00:15:28: Das waren Dinge, die waren toll.
00:15:31: Oder auch ... Ich sag mal, wenn man zurückgeblickt hat mit Kindern, wenn Kinder die Grundschule verlassen haben und so viele positive Erinnerungen da waren, das sind einfach Sachen, die rühren mich dann fast zu drehen.
00:15:44: Haben sie dir jetzt noch mal ins Ausland zu gehen erneut oder wollen sie in Deutschland bleiben?
00:15:50: Ich glaube, ich würde durchaus noch mal ins Ausland gehen, nicht direkt, weil was mich jetzt auch so ein bisschen lockt sind meine Enkelkinder.
00:15:56: Ich habe gerade ein zweites Enkelkind bekommen.
00:15:59: Meine Eltern sind sehr, sehr alt, also insofern ist auch mein Bedürfnis, mich um Familien ein bisschen zu kümmern, schon da.
00:16:05: Aber an sich würde ich jederzeit gerne noch mal ins Ausland gehen, weil ich es einfach liebe in andere Kulturen, in andere Sprachen einzutauchen.
00:16:12: Hier hat mir Afrikans ganz viel Spaß gemacht auf seiner Art und Weise.
00:16:16: Einiges habe ich dann doch gelernt, vor allen Dingen die Swearwirts.
00:16:19: ich ehrlich bin und diese besonderen Kraftausdrücke im Afrika.
00:16:24: Und ja, es würde mir schon wieder Spaß machen.
00:16:27: Ich kann nicht noch mal wirklich ins Ausland gehen, weil man einmal als Lehrerin ins Ausland gehen kann und dann noch einmal mit einer Funktionsstelle.
00:16:35: Und das habe ich ausgereizt.
00:16:37: Mal schauen, wer weiß, was die Zukunft bringt.
00:16:39: Vielleicht geht es doch noch mal, aber es war auf jeden Fall für mein Leben sehr bereichern.
00:16:43: Klar.
00:16:43: Und wenn es möglich wäre, noch mal ins Ausland zu gehen, welche?
00:16:46: Ich
00:16:46: wäre dabei.
00:16:47: Welche Region?
00:16:47: Ja,
00:16:48: genau.
00:16:49: Ja, ich wollte eigentlich immer nach Südamerika.
00:16:52: Südamerika hat mich immer gelockt.
00:16:54: Ich habe mich damals viel mit der Politik beschäftigt, mit dem wie die Europäer und die Latinos aufeinander getroffen sind.
00:17:04: Ich war ein sehr politischer Mensch und das hat mich immer bewegt.
00:17:09: Und wenn ich mir heute die Klimakonferenz zum Beispiel angucke in BLM und man sieht, wie wichtig es ist, auch die Rechte.
00:17:18: der Menschen, die dort in den Regenwäldern zum Beispiel leben zu schützen.
00:17:23: Das wäre auch eine Region, die mich sehr reizen würde.
00:17:26: Ja, bestimmt sehr interessant.
00:17:27: War ich auch noch nie, würde mich auch weizen.
00:17:30: Und natürlich jetzt vielen Dank, dass Sie uns Zeit hatten für uns.
00:17:33: Sehr inspirierend und natürlich jetzt auch sehr traurig, dass Sie leider, was ich ja auch bald zurück nach Deutschland geben.
00:17:39: Ganz genau.
00:17:39: Wir können uns gegenseitig alles Gute wünschen für diesen Schritt.
00:17:43: Du hast dich ja auch als Schüler.
00:17:44: Bist du ja quasi hier groß geworden und hast dann doch den Großteil deines Lebens, was du hier verbrachte, oder?
00:17:51: Das stimmt.
00:17:52: Mehr als die öfter meines Lebens.
00:17:54: Also insofern drück ich dir auch die Daumen und ich hoffe, deine Grundschulzeit war dann auch eine gute.
00:17:58: Ja, die
00:17:58: war auch sehr schön.
00:18:00: Ja.
00:18:01: Und vielen Dank, dass du mir die Gelegenheit gegeben hast oder ihr mir hier nochmal ein Abschiedsstatement zu geben.
00:18:07: Ich wünschte DSJ alles Gute.
00:18:08: Ich wünschte, dass ihr an eine wirklich tolle Zukunft geht und ich glaube, das Potenzial dafür ist auf jeden Fall da.
00:18:14: Das hoffen wir alle.
00:18:15: Also vielen Dank.
00:18:17: Ich hoffe, euch hat das Touring gefallen.
00:18:19: Und ja, bis zum nächsten Mal.
00:18:21: Tschüss.
00:18:21: Tschüss, alles Gute!
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