Schulcast Episode 14 - Abschied im Kollegium: Brigitte Broich im Interview mit Birgit Majchrzak
Shownotes
Birgit Majchrzak spricht mit Brigitte Broich über ihre Zeit an der DSJ, prägende Erlebnisse und ihren Wunsch für die Zukunft der DSJ. Warmes und ehrliches Gespräch über Lernen, Kollegialität und den Zauber kleiner Momente.
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Deutsche Internationale Schule Johannesburg: https://www.dsj.co.za
🎙️ Credits
Gespräch: Brigitte Broich & Birgit Majchrzak
Produktion: Schulcast Team
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00:00:08: Moin moin und herzlich willkommen wieder einmal beim Schulcast an der DSJ.
00:00:13: Wir setzen unsere Reihe der Abschiede heute leider fort und müssen heute nach so vielen Jahrzehnten Brigitte Bräuch verabschieden.
00:00:22: Ich bin sehr, sehr dankbar und glücklich, dass Birgit Majak sich Zeit und Muße genommen hat, ein Abschiedsinterview mit Brigitte aufzunehmen.
00:00:32: Die beiden sind die Kolleginnen hier bei uns an der Schule.
00:00:35: die die längste Zeit einer Dessert verbracht haben.
00:00:39: Was könnte es also schöneres geben, als diese beiden miteinander im Gespräch anzuhören?
00:00:44: Wir wünschen euch viel Spaß beim Anhören und ich hoffe, dass ihr alle noch einmal die Gelegenheit nutzt und Brigitte einen wunderbaren Gruß und alles Gute für die Zukunft wünscht.
00:01:01: Hallo, herzlich willkommen im Studio Frau Bruch.
00:01:05: Ich freue mich sehr, dass Sie heute bei uns beim Schulkast dabei sind und dass wir ein Interview hier haben dürfen.
00:01:14: Sie haben hier im Januar in der Diasjord angefangen, richtig?
00:01:19: Richtig, guten Morgen zusammen.
00:01:22: Ja,
00:01:22: das ist toll.
00:01:23: Und ich habe gerade eben gehört, dass Sie erst im Dezember, in der Diasjord, in der Diasjord, in Johannesburg angekommen sind.
00:01:30: Wie war das?
00:01:31: Können Sie uns mal erzählen, wie das überhaupt kam, dass Sie hier in die Diasjord verschlagen worden sind?
00:01:35: Von Deutschland ist ja ganz schön weit weg.
00:01:37: Ja, gerne.
00:01:39: Das war also ein reiner Zufall damals gewesen.
00:01:42: Ich habe mein Studium in Deutschland abgeschlossen, als Grund- und Hauptschullehrer in den Fächern Deutsch und Religion.
00:01:52: Und in Deutschland gab es über siebzigtausend arbeitslose Lehrer.
00:01:58: Und mein Onkel sagte zu mir damals, komme ich doch mal in Südafrika besuchen.
00:02:03: Und so ... machte ich mich auf den Weg nach Südafrika und habe dann auch gleich an der Deutschen Schule eine Stelle als Lehrer im ersten und zweiten Schuljahr bekommen.
00:02:16: Und dann habe ich dort unterrichtet bis im Juli, Fünf Kinder bekommen und habe lange Zeit Pause gemacht mit dem Unterrichten, bis ich danach wieder angefangen habe, als meine jüngste Tochter im zehnten Schuljahr war.
00:02:39: Und dann ging ich über zur Aftercare, habe Aftercare gemacht.
00:02:44: Und das war also sehr auch sehr erfüllend.
00:02:48: Und ich fühlte mich also immer sehr, sehr wohl hier an der Deutschen Schule.
00:02:52: Wow, das ist ja toll, da gleich so eine Stelle zu kriegen hier.
00:02:56: Das ist ja sehr spannend eigentlich, diese ganze Sache.
00:03:00: Und nach den fünf Kindern dann auch wieder zurückzukommen.
00:03:03: Das heißt ja, das hat Ihnen an der DSJ auch schon sehr gut gefallen, richtig?
00:03:07: Richtig.
00:03:08: Es hat mir sehr gut gefallen, besonders auch, wie ich aufgenommen wurde von den Kolleginnen.
00:03:14: Wir hatten damals Taußenfünfhundertfünfzig Schüler an der Deutschen Schule, von der Vorschule bis zur Matrix.
00:03:22: oder Abitur, weil den Kindergarten den gab es damals noch gar nicht.
00:03:26: Es gab fünf Parallelklassen und die Kollegen, mit denen ich damals anfing, die standen also wunderbar hilfsbereit, standen hilfsbereit zur Seite.
00:03:37: Wir haben zusammen Bücher eingeschlagen, Hefte beschriftet.
00:03:41: Das war also wunderbar und so konnte man sich direkt hier richtig wohlfühlen.
00:03:46: Oh ja, das ist ja toll.
00:03:48: Was waren denn so die Eindrücke in diesen ganzen Jahren?
00:03:51: Denn ich höre schon, das war so ganz, ganz positiv gewesen auch schon am Anfang.
00:03:55: Ja, direkt von Anfang an.
00:03:57: Ich denke dann auch in den Jahren, da waren ja dann sicherlich ganz, ganz viele verschiedene Eindrücke, dann, die sie auch hier gesammelt haben, können Sie vielleicht ein bisschen davon erzählen, wie das so war?
00:04:07: Ja, also viele Erlebnisse mit Schülern und mit Kollegen.
00:04:11: Und es war leider auch immer ein Kommen und Gehen.
00:04:15: Wir haben Freundschaften geschlossen, wir waren für ein paar Jahre zusammen.
00:04:19: Wir hatten damals auch Spielgruppen, wo die Kinder klein waren.
00:04:23: Und leider sind halt ... Die Kollegen, immer nach ein paar Jahren, haben sie die deutsche Schule wieder verlassen, um auf andere Wege zu gehen, wieder nach Deutschland zurück oder in andere Städte.
00:04:35: Und das war ein bisschen schade.
00:04:36: Aber mit manchen Kollegen besteht immer noch ein Kontakt seit fivehundertfünfundachtzig.
00:04:42: Und darüber freue ich mich auch sehr.
00:04:44: Ja, vielen Dank.
00:04:45: Ich habe auch so gehört, ja, am Anfang, als Sie hier angefangen haben, da gab es tausendfünfhundert Schüler, ist ja eine Menge.
00:04:54: Kein Kindergarten und so kann man sich ja jetzt kaum noch vorstellen.
00:04:57: Da hat sich ja in diesen Jahren ganz bestimmt zu Teil viel geändert.
00:05:01: Wie war denn das so?
00:05:01: Was gibt es denn da so alles für Änderungen?
00:05:04: Also ganz viele Änderungen gibt es, glaube ich, nicht.
00:05:07: Die größte Änderung ist, dass wir einen Kindergarten dazu gewonnen haben.
00:05:12: Es gab vorher nur die Vorschule.
00:05:15: Wir hatten auch in der Grundschule ungefähr neunundzwanzig Kinder pro Klasse.
00:05:22: Und da muss ich sagen, das hat sich natürlich geändert.
00:05:25: Die Klassenstärke ist wesentlich geringer heutzutage.
00:05:29: Dann gab es, wie gesagt, die Gebäude vom Kindergarten und auch von den Regentröpfchen, die gab es noch nicht.
00:05:36: Da oben war mehr oder weniger das Haus des Hausmeisters.
00:05:41: Herrn Frenkler gestanden und zuerst wurde dann der Kindergarten gebaut und später dann wurden die Regentröpfchen ergänzt.
00:05:49: Soweit ich mich erinnern kann, gab es aber einen Tagshop und die Kinder selbst im ersten Schuljahr hatten einen Tagshop-Tag, wo sie halt zum Tagshop durften, der natürlich wesentlich kleiner war als heute.
00:06:02: Ansonsten gab es auch noch keinen Spielplatz.
00:06:05: Heute haben wir ja einen fantastischen Spielplatz da unten mit vielen Geräten und damals haben die Eltern meiner Klasse beim Schulbasar gesammelt.
00:06:15: Wir hatten damals einen Parkour, einen Fahrradparkour und da wurde gesammelt, um einen Spielplatz an der Deutschen Schule aufzubauen.
00:06:25: Und das war dann der erste Spielplatz.
00:06:27: Es gab noch nicht die ganzen Bäume da unten und keine Pavillons.
00:06:32: es gab also nur Wiese und das war dann unser erster Spielplatz und die Kinder durften spielen.
00:06:38: Und nach jeder Pause musste jede Klasse abwechselnd den Müll aufsammeln.
00:06:44: Das war auch eine Pflicht.
00:06:45: Ich weiß nicht, ob das heute noch so übernommen würde.
00:06:49: Na herrlichen Dank.
00:06:50: Das klingt da wirklich sehr, sehr spannend.
00:06:51: Kann man sich kaum vorstellen, wie das genau ausgesehen hat ohne Spielplatz und die ganzen Sachen, die man heute so kennt an der Deutschen Schule.
00:06:59: Das war ja schon ziemlich anders.
00:07:01: Da haben wir eigentlich heute richtig Glück, dass wir diese ganzen vielen Geräte haben und hier verschiedene Möglichkeiten zu spielen, dort auch wie fünf oder sechs Gläser.
00:07:09: Das war ja damals dann doch schon ziemlich anders.
00:07:11: Ja, genau, auch mit dem Bazaar.
00:07:14: Der Bazaar, der bestand, ich glaube, von fünfundzwanzigtausend Menschen kamen zum Bazaar.
00:07:20: Es war so ein Gedrängel, dass man überhaupt nicht mehr durch die Gänge kam.
00:07:24: Und danach wurde das halt reduziert mit der Anzahl der Teilnehmer, weil es war so unmöglich überhaupt durch die Gänge zu kommen, wo die Stände aufgebaut waren, weil eine Unmenge von Leuten den Basar besucht haben und nicht nur von der deutschen Schule, auch von außerhalb.
00:07:44: Ja, das ist ja toll.
00:07:45: Der Basar ist ja immer noch ein Hit, aber das war ja dann auch richtig gut, denn dann war das ja auch als Fundraiser dann sicherlich sehr erfolgreich.
00:07:52: Dann hat man ja damit wahrscheinlich auch geschafft, so etwas wie den Spielplatz oder etwas einzurichten.
00:07:56: Richtig, richtig.
00:07:58: Mit
00:07:59: sehr vielen Besuchern.
00:08:00: Ja, das glaube ich ja noch.
00:08:02: Vielen Dank, toll.
00:08:03: Vielleicht, wenn man jetzt diese ganzen Sachen hört, gibt es da vielleicht irgendwie eine Sache, die in so einem Kopf hängen geblieben ist.
00:08:11: oder auch vielleicht, wo wir sagen, in zehn Jahren oder so, wenn sie sagen, wo, DSJ, gibt es da so einen Moment, wo sie sagen, das wird mir so im Kopf bleiben, das wird mir so in Erinnerung bleiben, denn das war so ein ganz spezieller Moment.
00:08:24: Vielleicht eines vom ersten Schuljahr.
00:08:27: war so ein kleiner Junge.
00:08:29: Für mir hatten wir gerade Mathe gelernt und es ging halt um Rechnen hoch und runter und die Kinder haben wieder alles vergessen.
00:08:38: Und ich sage Kinder, ihr habt ein Gedächtnis wie ein Sieb.
00:08:43: Und mein kleiner Ruppert aus dem ersten Schuljahr piepst dann von hinten.
00:08:49: Ach Frau Fechner, sagt er, ein Sieb wäre ja noch gut.
00:08:53: Da bleiben wenigstens die großen Brocken hängen.
00:08:56: Okay, das ist eine gute Reaktion, ja.
00:08:59: Und ich fand, der war so schlagfertig im ersten Schuljahr, dass das einfach so aus ihm rauskam, fand ich toll.
00:09:06: Das ist gut.
00:09:07: Da freut man sich dann auch, anfängt an zu lachen, wenn jemand im ersten Schuljahr so schon guten Humor auch hat.
00:09:14: Richtig.
00:09:14: Ach, sehr schön.
00:09:16: Ja, diese Erstkläste von vor vielen Jahren, da war sicherlich auch schon einiges los.
00:09:20: Oh ja,
00:09:21: oh ja.
00:09:22: Aber jetzt, nach einen vierzig Jahren tatsächlich an der DSJ, werden die ja Ende dieses Jahres nun doch die DSJ endgültig verlassen.
00:09:30: Ja.
00:09:31: Das ist ja auch ein ganz schöner Schritt, wenn ich so denke, einen vierzig Jahre, das ist ja auch mehr als das halbe Leben.
00:09:36: Ja.
00:09:37: Wir sind das dann, was, was werden die denn dann hier vermissen, so wenn sie jetzt gar nicht meine DSJ sind, aber die schauen ja auch sicherlich auf eine Zukunft, hoffentlich auf eine schöne Zukunft.
00:09:49: Voraus, können Sie uns ein bisschen darüber was berichten?
00:09:52: Ja, also was ich erstmal sehr vermissen werde, sind die Kollegen und die Schüler.
00:09:58: Also die sind mir sehr ans Herz gewachsen.
00:10:00: Und jetzt war ich ja einviertzig Jahre erst durch Lehrer, durch den Lehrerberuf und durch meine Kinder, die alle fünf hier an die deutsche Schule gingen, sehr verbunden.
00:10:11: Und was aber jetzt meine Zukunft betrifft, Ich würde sehr gerne weite Wanderungen unternehmen über mehrere Wochen.
00:10:20: Darauf freue ich mich jetzt.
00:10:22: Und das ist ein Blick in die Zukunft, der mich jetzt tröstet, die DSJ zu verlassen, weil ich ja doch sehr mit Kollegen und den Schülern verbunden war.
00:10:35: Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
00:10:38: Das ist ganz klar.
00:10:40: Aber ich hoffe, Sie können ja auch noch mal vorbeikommen hier oder wenn Sie noch im Lande sind, dann der Schulbasar zum Beispiel und andere Gelegenheiten, da kann man sich ja immer noch mal sehen, hoffentlich.
00:10:49: Ja, und auch durch die Kollegen, die die Schule verlassen haben, das war natürlich auch ein bisschen schade.
00:10:55: Man baut Freundschaften auf und die nach einer Weile bleiben nur noch E-Mails übrig, weil so viele kommen und gehen und das ist natürlich auch schade.
00:11:06: Nun bin ich halt auch einer, der geht.
00:11:08: Ja, ja.
00:11:09: Schade, aber man kann ja dann auch noch im Kontakt sein.
00:11:11: Ja,
00:11:11: natürlich.
00:11:12: Das werd ich auf jeden Fall.
00:11:14: Und wenn Sie jetzt nun der DSJ vielleicht noch etwas als abschließendes Wort sagen würden, vielleicht so einen Wunsch mit auf den Weg geben oder so, gäbst da irgendetwas?
00:11:26: Also dadurch, dass ich mich hier immer sehr wohl gefühlt habe, würde ich sagen DSJ, bleib wie du bist.
00:11:34: Die Kollegen, die Schüler, die Verwaltung, alles was dazugehört.
00:11:39: Also ich kann mir keine bessere Schule wünschen.
00:11:44: Ja ganz herzlichen Dank.
00:11:45: dann Frau Bruch, das war ja ein sehr spannendes Interview hier, da habe ich auch vieles neu gehört.
00:11:50: Und ich freue mich auch an alle Zuhörer, dass sie einfach reinhören hier in den Podcast.
00:11:55: und vielleicht nur noch einen Hinweis.
00:11:56: Es gibt ganz viele verschiedene Interviews schon hier im Podcast der DSJ.
00:12:00: Hören sie doch mal rein, schauen sie doch mal was es alles gibt.
00:12:03: Da kann man sehr viel Neues einfach hören, sehr spannend.
00:12:07: Vielen Dank noch mal, Frau Bruch.
00:12:08: Und noch einen wunderschönen Tag.
00:12:09: Viel Spaß auch noch für die Zukunft, fürs Wandern.
00:12:11: Da wollte ich gerne mitkommen.
00:12:12: Ich wandere auch total gerne.
00:12:14: Und dann noch alles Gute.
00:12:16: Danke schön.
00:12:20: Und das war's.
00:12:21: Wir wünschen Brigitte Bräuch alles Gute für ihre Zukunft
00:12:25: und hoffen,
00:12:26: dass wir sie bald wieder auch bei uns hier an der Schule sehen.
00:12:30: Was für eine Funktion oder zu was für einem Event auch immer.
00:12:34: freuen wir uns immer, ihr Gesicht hier bei uns an der Schule zu haben.
00:12:38: Fregete alles alles Gute und wir hören
00:12:41: uns beim nächsten
00:12:42: Mal.
00:12:43: Das war's vom Schulcast.
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